Für bestimmte SAP-Systeme endet 2030 nicht nur eine Wartungsphase: Auch Support und Datenbank-Tools können betroffen sein. Entscheidend ist, die eigene Systemlandschaft rechtzeitig einzuordnen
SAP Business Suite 7: Was Lebensmittelunternehmen bis 2030 prüfen sollten
Ein Datum im Kalender ist noch keine Roadmap. Erst wenn klar ist, welche Systeme davon betroffen sind, wird daraus ein konkreter Handlungsbedarf.
SAP hat am 7. Oktober 2026 erläutert, welche Folgen das Ende bestimmter Supportvereinbarungen für SAP Business Suite 7 und SAP NetWeaver haben kann. Besonders Unternehmen mit bestimmten Drittanbieter-Datenbanken oder Java-Abhängigkeiten sollten ihre Systemlandschaft prüfen. Denn ab 2031 können sich nicht nur die Supportbedingungen ändern, auch wichtige Datenbank-Tools könnten betroffen sein.
Die bekannten Wartungsdaten bleiben bestehen
Die Wartungsdaten für SAP Business Suite 7 ändern sich nicht: Mainstream Maintenance läuft bis zum 31. Dezember 2027. Anschließend ist optional Extended Maintenance bis zum 31. Dezember 2030 vorgesehen.
Zum Ende des Jahres 2030 laufen zusätzlich SAPs aktuelle Supportvereinbarungen für bestimmte Drittanbieter-Datenbanken und Java aus. Die Folgen sind nicht für jede SAP-Landschaft gleich. Entscheidend ist, welche Systeme und technischen Abhängigkeiten tatsächlich im Einsatz sind.
Ab 2031 kann auch der Zugriff auf Datenbank-Tools eingeschränkt sein
Für betroffene ältere SAP-Umgebungen mit Drittanbieter-Datenbanken wird SAP nach Ablauf der Vereinbarungen keinen datenbankspezifischen Support mehr leisten. Auch der integrierte Supportweg zwischen SAP und dem jeweiligen Datenbankanbieter endet.
Die Einschränkungen können darüber hinausgehen: SAP weist darauf hin, dass für betroffene Umgebungen möglicherweise auch Support und Downloads für zugehörige Datenbank-Tools nicht mehr bereitgestellt werden können. Dazu zählen unter anderem Datenbank-, Administrations-, Backup-, Upgrade- und Migrationstools.
Das ist für die Planung wichtig. Wenn ein System später aktualisiert, migriert oder auf eine andere technische Grundlage gestellt werden soll, können fehlende oder nicht mehr unterstützte Werkzeuge den Handlungsspielraum einschränken.
Für betroffene Drittanbieter-Datenbanken endet der Systemkonvertierungsweg 2030
Für SAP Business Suite 7 auf einer betroffenen Drittanbieter-Datenbank ist laut SAP eine Systemkonvertierung zu SAP S/4HANA oder SAP Cloud ERP nur vor dem Ende der entsprechenden Supportvereinbarungen im Jahr 2030 verfügbar. Danach nennt SAP für diese Systeme nur noch Greenfield-Übergangsszenarien.
Wer also den Systemkonvertierungsweg nutzen möchte, muss die Umstellung vor Ende 2030 abgeschlossen haben. Das ist eine wichtige Einschränkung, aber keine pauschale Greenfield-Pflicht für alle SAP-Unternehmen.
Auch Java-Abhängigkeiten gesondert prüfen
SAPs aktuelle Supportvereinbarungen für Java 8/JEE5 im Zusammenhang mit SAP NetWeaver AS Java 7.5 sollen ebenfalls Ende 2030 auslaufen. Ab 2031 fällt SAP NetWeaver AS Java 7.5 mit seinen Add-ons laut SAP in die kundenindividuelle Wartung ,ohne Folgerelease.
Für Java-abhängige SAP-Lösungen gibt es produktspezifische Übergangsempfehlungen. Die von SAP beschriebene Transition Option for SAP ERP deckt Java-abhängige Funktionen nicht ab.
Was bedeutet kundenindividuelle Wartung?
Nach Ende der Extended Maintenance laufen On-Premise-Systeme der SAP Business Suite 7 grundsätzlich unter kundenindividueller Wartung. Für Systeme mit betroffenen Drittanbieter-Datenbanken oder Java-Abhängigkeiten ist der Leistungsumfang jedoch weiter eingeschränkt. SAP nennt für Drittanbieter-Datenbankumgebungen unter anderem Einschränkungen bei Kernel- und Kernel-Security-Patches. SAP warnt außerdem, dass einzelne Probleme im verfügbaren Support-Rahmen möglicherweise nicht mehr gelöst werden können.
SAP empfiehlt deshalb, kundenindividuelle Wartung für betriebswichtige, betroffene Systeme nicht als nachhaltiges Langzeitmodell zu betrachten.1 Das bedeutet nicht, dass ein System am 1. Januar 2031 automatisch abgeschaltet wird. Es bedeutet aber, dass Unternehmen mit einem eingeschränkten Support- und Tooling-Rahmen planen müssen.
Welche Wege nennt SAP?
Die passende Option hängt von der konkreten Systemlandschaft ab. SAP nennt unter anderem folgende Wege:
- Transformation zu SAP Cloud ERP: Das ist SAPs strategische Empfehlung.
- Wechsel der Datenbank zu SAP HANA: Damit kann eine Abhängigkeit von einer Drittanbieter-Datenbank beseitigt werden. Der Wechsel verlängert jedoch nicht die Wartung; das System geht weiterhin in kundenindividuelle Wartung. SAP empfiehlt diesen Weg nicht als strategische Langfristlösung.
- Transition Option for SAP ERP: Für bestimmte große und komplexe Unternehmen, die mehr Zeit für ihre Transformation benötigen, kann eine zeitlich begrenzte Option für 2031 bis 2033 infrage kommen. Voraussetzungen gelten; das System muss vor Ende 2030 auf SAP ERP, private edition auf SAP HANA umgestellt sein. Java-abhängige Funktionen sind nicht abgedeckt.
Diese Optionen sind nicht austauschbar. Bevor ein Unternehmen eine Route bewertet, sollte es zunächst klären, welche Systeme und Abhängigkeiten betroffen sind.
Diese Fragen sollten Unternehmen jetzt klären:
Welche SAP-Business-Suite- und NetWeaver-Systeme sind im Einsatz?
Welche Datenbanken und Java-Komponenten sind diesen Systemen zugeordnet?
Welche Add-ons, Schnittstellen und betriebskritischen Prozesse hängen davon ab?
Welche Transformationsoptionen passen zur Ausgangslage, zum Zeitbedarf und zu den Abläufen im Unternehmen?
Auch technische Sonderfälle – etwa zusätzliche Datenbankverbindungen oder konkrete Lifecycle-Tools – sollten anhand der betroffenen Systemlandschaft und der einschlägigen SAP-Hinweise geprüft werden. Sie sollten nicht pauschal aus einer allgemeinen Übersicht auf jedes SAP-System übertragen werden.
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Gerne tauschen wir uns mit Ihnen über Ihre Ausgangslage aus und klären gemeinsam, welche Fragen für Ihre nächste SAP-Roadmap entscheidend sind.

